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Unterschätzte Gefahr? Cyberangriffe auf Lieferketten

19 August @ 12:00 - 14:00

 

Für viele Unternehmen ist die IT- und Cybersicherheit, trotz nach wie vor z.T. gravierender Sicherheitslücken, inzwischen Bestandteil des Risikomanagements. Die Qualität der technischen und organisatorischen Maßnahmen sowie das zur Verfügung stehende Budget, unterscheiden sich dabei jedoch erheblich. Dafür mitverantwortlich ist auch teilweise die fehlende Sensibilisierung für bestimmte Sicherheitsthemen in den Entscheidungsebenen sowie die Einschätzung der Kosten-Nutzenkalkulation. IT- und Cybersicherheit wird häufig im Arbeitsalltag nicht wahrgenommen und wenn, dann nur als zusätzliche Arbeitsbelastung. Was Unternehmen jedoch wahrnehmen, ist der Schaden der entsteht, wenn das eigene Unternehmen betroffen ist.

Kein neues, aber ein nach wie vor vielfach unterschätztes Thema in der Präventionsbetrachtung ist der Umgang mit Lieferketten. Diese werden bei einer Risikobetrachtung häufig nicht mitberücksichtigt und somit die Chance verpasst, Abhängigkeiten zu identifizieren, geeignete Redundanzen aufzubauen und sowohl Schnittstellen als auch Schwachstellen bei Zulieferern besser zu schützen.

Bei sogenannten Cyber Supply Chain Attacks nutzen Angreifer gezielt Schwachstellen in den Lieferketten für ihre bösartigen Zwecke aus. Am 13. Dezember 2020 meldete FireEye die Entdeckung eines weit verbreiteten Supply-Chain-Angriffs, bei dem SolarWinds Orion Business Software Updates trojanisiert wurden, um Malware zu verbreiten.  ORION ist eine IT-Überwachungs- und -Verwaltungssoftware, die von der überwiegenden Mehrheit der Fortune-500-Unternehmen sowie von vielen Regierungsbehörden verwendet wird. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören Behörden sowie Organisationen aus den Bereichen Beratung, Technologie, Telekommunikation, Gesundheitswesen und Öl- und Gasindustrie auf vier Kontinenten. Nach Angaben von SolarWinds ist die Sicherheitslücke wahrscheinlich das Ergebnis eines hochentwickelten, gezielten und manuellen Angriffs auf die Lieferkette durch einen unbekannten Nationalstaat.

Symantec berichtet in seinem Internet Security Threat Report von 2019 von einem Anstieg der Angriffe auf die Lieferkette um 78 % im Jahr 2018, wobei die 20 größten beobachteten Gruppen besonders aktiv sind.  Bekannte Gruppen wie Dragonfly nutzen seit 2011 gezielt Zulieferer, um sich Zugang zu den Zielunternehmen zu verschaffen, wobei die Ziele in diesem Fall hauptsächlich im Energiesektor liegen.

Vor diesem Hintergrund hat sich das BIGS in Kooperation mit dem finnischen VTT, eines der führenden Forschungseinrichtungen in Europa, das Ökosystem von Lieferketten näher angeschaut und die finanziellen Auswirkungen von Angriffen auf diese betrachtet. Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Analyse möchten wir in einer Präsensveranstaltung im bekannten Format des PizzaSeminars, am 19. August von 12.00 – 14.00 Uhr in den Räumlichkeiten der IABG in Berlin Mitte, vorstellen.

 

Anmeldungen per Mail bis zum 17. August an info@bigs-potsdam.org

 

Sprecher:

Esther Kern  (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIGS)

Alexander Szanto (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am BIGS)

 

Details

Datum:
19 August
Zeit:
12:00 - 14:00
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

Berlin-Mitte
Berlin, 10117 Deutschland + Google Karte anzeigen