Die Vereinten Nationen und die Cybercrime Konvention

Staatliche oder staatlich gesponsorte Cyberangriffe auf wichtige physische Systeme unserer Gesellschaft oder in Form von Informationsmanipulation in sozialen Medien nehmen scheinbar ungebremst zu. Während die regelbasierte Weltordnung immer stärker zerfällt, könnte man meinen, dass sie im Cyberraum nie entstanden ist. Tatsächlich gibt es aber Versuche der UN, mit der Cybercrime Konvention ein internationales Regelwerk für den Cyberraum zu schaffen. Die Regulierung dieses Feldes ist anspruchsvoll und beruht auf der Mitarbeit einer Vielzahl staatlicher wie nicht-staatlicher Akteure.
Nach drei Jahren teils kontroverser Diskussionen wurde die sogenannte UN-Cybercrime-Konvention im Dezember 2024 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen und im Oktober 2025 zur Unterzeichnung und Ratifizierung freigegeben. Mit diesem Schritt beginnt nun eine neue Phase: die Umsetzung der Vereinbarungen auf internationaler und nationaler Ebene.
Zum Auftakt der diesjährigen PizzaSeminare freuen wir uns sehr, Lena Herbst, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Braunschweig, begrüßen zu dürfen. Sie wird die Konvention einordnen und einen Rückblick auf den Verhandlungsprozess geben. Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Konfliktlinien, die unterschiedlichen Positionen der beteiligten Staaten sowie die Rolle nicht-staatlicher Akteure.
Darüber hinaus soll bilanziert werden, welche Ergebnisse die Konvention tatsächlich erzielt hat – und welche Herausforderungen und Chancen sich aus den nun anstehenden politischen und rechtlichen Entscheidungen ergeben.
Das PizzaSeminar findet wie üblich in den Räumlichkeiten der IABG in der Friedrichstraße 185 statt, eine digitale Teilnahme ist ebenfalls möglich. Bitte melden Sie sich über den untenstehenden Link an.
Zur Anmeldung
Über die Sprecherin:

Lena Herbst arbeitet seit Oktober 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Internationale Beziehungen in Forschung und Lehre. Nachdem sie das Institut schon als studentische Hilfskraft während ihres Bachelors der Integrierten Sozialwissenschaften unterstützt hat, studierte sie den Master Internationale Beziehungen an der FU Berlin, der HU Berlin und der Universität Potsdam. Ihren Fokus legte sie dabei auf die Sicherheits- und Entwicklungspolitik, Friedens- und Konfliktforschung, sowie Internationale Organisationen. Ihre Masterarbeit schrieb sie zu UN-Friedensmissionen und der Umsetzung der UN-Agenda “Frauen, Frieden und Sicherheit” in Afrika.
Aktuell verfolgt Lena Herbst ihr Promotionsprojekt zu der Rolle nicht-staatlicher Akteure in UN Cybersecurity Governance.
