Lagebild zum Hackerangriff auf Telekomgeräte

Unsere Partner von der FU Berlin im Projekt RiskViz haben zum aktuellen Angriff auf die Router der Telekom ein detailliertes Lagebild erstellt. Nach den USA ist Deutschland am Häufigsten betroffen. Details des Lagebildes und weitere Karten können bei der FU eingesehen werden.

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Quelle: Freie Universität Berlin/scadacs.org

Konferenzen BIGS

  • Cybersicherheits-Konferenz 2016
  • WISIND-Abschlusskonferenz
  • CyberSicherheits-Konferenz 2015
  • CyberSicherheits-Konferenz 2014
  • CyberSicherheits-Konferenz 2013
  • Sicherheitskonferenz
  • Konferenzreihe "The End of the Years of Plenty?"
  • Zehn Jahre 9/11
  • Financial Crises, National Debt, and Their Consequences
  • German-U.S. Innovation Policy
  • Globale Ungleichgewichte: Eine Frage der nationalen Sicherheit?
  • Innovationspolitik für Wohlstand und Sicherheit
  • Eröffnungsveranstaltung
  • Terrorism in the Transatlantic Context

Am 1. und 2. Juni 2016 fand am Hasso-Plattner-Institut zum vierten Mal in Folge die Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit statt. Im Rahmen des Forschungsprojektes RiskViz organisierte das BIGS ein Panel zum „Versicherungsschutz industrieller IT-Risiken“.  Die Diskussionsrunde mit Iris Plöger (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.), Dr. Robert Reinermann (VdS Schadenverhütung GmbH), Michael Krammel (KORAMIS GmbH) sowie Michael Lardschneider (Munich RE Group) wurde vom Direktor des BIGS, Dr. Tim Stuchtey, geleitet. Die Diskussionsrunde können Sie hier digital nachverfolgen (Quelle: HPI).sicherheitskonferenz banner startseite plain

wisind-logo-webseite-b580pxDas BIGS hat zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein wirtschaftswissenschaftliches Indikatorensystem zur Messung von Sicherheit und Sicherheitswirtschaft in Deutschland (WISIND) entwickelt. Das Projekt „WISIND – Der Sicherheitsindikator für Deutschland" wurde für 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In den vergangenen Jahren haben hat das BIGS mehrere Marktstudien durchgeführt, um einen Überblick zu gewinnen, vor welchen Trends und Herausforderungen die Sicherheitswirtschaft in Deutschland steht. Die Ergebnisse unserer Arbeit wurden im Rahmen einer Abschlusskonferenz am 23. März 2015 mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im DIW Berlin diskutiert. Dabei wurde insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich die zivile Sicherheit und die Sicherheitswirtschaft in Deutschland in Zukunft entwickeln werden.

Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit 2015

Seit der Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit 2014 hat sich das Feld der IT- und Cybersicherheit nicht beruhigt. Das Hasso-Plattner-Institut veranstaltet deshalb am 11. und 12. Juni 2015 zum dritten Mal in Folge die Potsdamer Sicherheitskonferenz. 2015 hpi logo sicherheitskonferenz 2015

Ziel der Konferenz ist es, Stakeholder und Multiplikatoren mit Spitzenvertretern aus Politik, Verwaltung, BOS, Wirtschaft und Wissenschaft auf dem neutralen Feld der Wissenschaft zusammenzuführen, um gemeinsam(-e) Handlungsoptionen und (Ab-)Sicherungsmaßnahmen in der Cybersicherheit zu analysieren und das in diesem Bereich fatale Silodenken zu überwinden. Dr. Tim Stuchtey, geschäftsführender Direktor des BIGS, wird im Rahmen der Konferenz die Diskussion zum Thema International Cyberdefense & Cybercrimeprotection moderieren.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit

Am 19. Mai 2014 hat das BIGS gemeinsam mit dem Hasso-plattner-Institut (HPI) und in Kooperation mit acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften die 2. Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit am Hasso-Plattner-Institut veranstaltet.

Die Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit 2014 richtete sich an Vertreter aus Politik, Sicherheitsbehörden, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft. Die Konferenz diente dem Austausch und der Vernetzung potentiell unvernetzter Akteure und Multiplikatoren der deutschen Sicherheitswirtschaft – Politik, Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und Wissenschaft.

2014 standen insbesondere vier Themencluster im Fokus:

Die übergreifende Thematik der Nationalen Cybersicherheit lag über allen Unterthematicken und lieferte als Einführung zur Konferenz einen Überblick über Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und staatlichen Akteuren durch die Veranstalter und das Bundesministerium des Innern. Unter dem Schlagworten Cybersicherheit und Industrie 4.0 wurde diskutiert, wie die deutsche Industrie an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution und die deutsche Wirtschaft mit den Herauforderungen und Chancen dieses entscheidenden Wandels umgehen, da Digitalisierung und Vernetzung werden Wirtschaft und Deutschland zunehmend verändern. Das Panel Cybersicherheit in der transatlantischen Partnerschaft widmetet sich der NSA-Affäre undGruppenbild PK den mit ihr verknüpften Enthüllungen, welche haben die transatlantischen Beziehungen im letzten Jahr erschüttert haben. Die Enthüllungen haben offenbart, welche wichtige Rolle das Internet als essenzielles Element dieser Partnerschaft einnimmt – und wie unterschiedlich der Umgang mit diesem auf beiden Seiten des Atlantiks bewertet wird, was mit Panelisten von beiden Seiten des Atlantiks diskutiert wurde. Doch Cybersicherheit endet nicht bei dem Ausspähen und Offenlegen privater Mailadressen, sei es durch staatliche oder private Institutionen. Cybersicherheit ist auch kein alleiniges Thema von Unternehmen, deren Produkte oder Entwicklungen durch das Internet abgegriffen werden können. Cybersicherheit ist ebenfalls eine intermediäre Conditio sine qua non der Aufrechterhaltung täglicher Ordnung. Wenn nämlich Verkehr, Energie oder Kommunikation angegriffen, hätte dies Auswirkungen auf alle Lebensbereiche unserer vernetzten, hochkomplexen Welt. Diese Problematik wurde auf dem dritten Panel zum Thema Cybersicherheit in kritischen Infrastrukturen diskutiert.

Die Aufzeichnung der Konferenz mit allen Reden und Panel-Diskussionen kann hier eingesehen werden.

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Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit

 Am 4. Juni 2013 veranstaltete das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) die „Konferenz für Nationale CyberSicherheit" in Potsdam.

Insgesamt 150 Teilnehmer, darunter führende Vertreter von Politik, Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und Wissenschaft, trafen zusammen und haben rund um die Themen CyberKriminalität, CyberSpionage und CyberDefense diskutiert.

Der brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke sprach sich dabei gegeneine weitgehende Überwachung der Internetnutzer zum Schutz vor CyberKriminalität aus. Er betonte, „dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist und das auch nie war. Gesetze, die offline gelten, gelten genauso online". Die Rechtsdurchsetzung sollte weniger durch die Speicherung von Informationen über Internetnutzern erreicht werden. Vielmehr sollten die Möglichkeiten verbessert werden, kriminelle Vorfälle im Netz online der Polizei zu melden.

In den anderen Vorträgen und auf den Panels wurden die Sichtweisen zu diesem Thema aus den verschiedenen Perspektiven der hochkarätigen Redner beleuchtet. Dabei wurde vor allem die Notwendigkeit des Dialogs mit der Gesellschaft betont. Nur in Zusammenarbeit mit den Bürgern ist ein hinreichendes Schutzniveau vor Cyberattacken in Deutschland zu erreichen.

Ziel der Konferenz für Nationale CyberSicherheit war es, Cybersicherheitsbehörden, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander zu vernetzen und so die nationale Cyberabwehr in Zukunft zu stärken und zukünftige Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls neutralisieren zu können. Ein Mitschnitt der Konferenz kann hier eingesehen werden.

Resultate Sicherheitskonferenz

Am 26. April 2012 hat das BIGS die erste Potsdamer Konferenz für Gesellschaft und Sicherheit veranstaltet. Im folgenden wird eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse gegeben. Die ausführliche Version steht hier zum Download bereit.

Im eröffnenden Panel diskutierten Dina Abdel-Fattah, Projektmanagerin der DESERTEC Knowledge Platform, Dr. Olaf J. de Groot vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Johan Lilliestam vom Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK), inwiefern neue Projekte zur zentralisierten und entfernten Herstelllung von erneuerbaren Energien zur Versorgungssicherheit des europäischen Energiebedarfs beitragen können. Dabei wurde neben ökonomischen und ökologischen Aspekten auch die soziale Komponente herausgestellt. So war man sich dahingehend einig, dass das große Potential alternativer Energieformen in vermeidlich instabilen Staaten genutzt werden muss, da es zur Diversifizierung der Stromversorgung beitragen kann. Um eine Import- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sei es jedoch notwendig, zunächst auf die individuellen Bedürfnisse der exportierenden Länder einzugehen und eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung in diesen Ländern zu fördern. Dadurch könne letztlich das Risiko, welches durch eine zunehmende Abhängigkeit entsteht, gemindert werden.

Auf dem zweiten Panel stellten Prof. Dr. Harald Fuhr von der Universität Potsdam, Lehrstuhl für Internationale Politik, Prof. Dr. Dorit Bölsche, Hochschule Fulda, Lehrstuhl für Logistik und Maximilian Mueller vom BIGS Lösungsmöglichkeiten für die organisatorischen und logistischen Herausforderungen der Katastrophenhilfe im Ausland vor. Zunächst stellten sie die steigende Notwendigkeit von humanitärer Katastrophenhilfe im Hinblick auf die steigende Zahl der Katastrophen, aber auch auf die erhöhte Komplexität und die internationalen Effekte heraus. Daraus folgerten sie, dass eine zunehmende Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren der Katastrophenhilfe notwendig ist, um diese effektiv zu gestalten. Außerdem muss der Transport der Hilfsgüter wirkungsvoller gestaltet werden, sodass hohe Vorlaufzeiten und Kosten reduziert werden können. Insgesamt sahen die Experten positiv in die Zukunft, da auf dem Feld der humanitären Katastrophenhilfe aktuell zahlreiche Entwicklungen stattfinden, damit auch zukünftig die Hilfe ihr Ziel erreicht.

Die Teilnehmer des dritten Panels setzten sich mit der Fragestellung auseinander, wie Sicherheit gemessen werden kann und welche Indikatoren bzw. welche Akteure das Sicherheitsniveau beeinflussen. PD Dr. Rita Haverkamp vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Dr. Matenia Sirseloudi vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) und Carlos Martí Sempere vom Ingenieria de Sistemas para la Defensa de Espana (Isdefe) schilderten dazu ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten wie dem TERRAS-Index (Terrorismus und Radikalisierung – Indikatoren für externe Einflussfaktoren) oder dem Barometer Sicherheit in Deutschland (BaSiD). Sie stimmten überein, dass eine Definition und Eingrenzung des Sicherheitsbegriffs dringend notwendig ist, wenn man sich mit dem Thema auseinander setzen will. Da Sicherheit viele unterschiedliche Dimensionen aufweist, stellt die Aggregation zu einem aussagekräftigen Indikator eine methodische Herausforderung dar. Daher gilt es, Ansätze zur Messung von Sicherheit so nachvollziehbar wie möglich darzustellen.

Die Teilnehmer des vierten Panels diskutierten über den Konflikt zwischen Wissenschaftsfreiheit und Sicherheitsbedürfnis am Beispiel gentechnisch veränderter Grippeviren. Dr. Dr. Petra Dickmann von der London School of Economics erläuterte den aktuellen Fall um die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zum H5N1-Virus. Prof. Dr. Reinhard Grunwald, Zentrum für Wissenschaftsmanagement und Dr. Jörg Treffke vom Brandenburger Verfassungsschutz erläuterten im Anschluss wie freie Wissenschaft die Sicherheit auch fördere. So bereiten die Ergebnisse der Forschung an der Vogelgrippe auf eine mögliche Pandemie vor, die durch natürliche Mutationen entstehen kann. Damit die Forschungsergebnisse jedoch nicht missbraucht und zur Entwicklung von Biowaffen verwendet werden, sind neue Konzepte der Risikokommunikation und einer von der Wissenschaft selbst organisierten, internationalen Kontrolle notwendig.

Konferenzreihe "The End of the Years of Plenty? American and German Responses to the Economic Crises"

Das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) hat in diesem Jahr zusammen mit dem American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) eine Konferenzreihe zum Thema „The End of the Years of Plenty? American and German Responses to the Economic Crisis“ veranstaltet. Die Veranstaltungsreihe wurde vom Transatlantik-Programm der Bundesregierung aus Mitteln des European Recovery Program des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Die Ergebnisse dieser Konferenzen wurden in drei Aufsätzen wissenschaftlich aufgearbeitet und stehen in Englisch beim AICGS und teilweise auf Deutsch am BIGS zum Download bereit.

Die erste Konferenz mit dem Titel „Balancing Global Macroeconomic Discrepancies: A Question of National Security“ fand im April 2011 in Berlin statt. Im ersten Panel wurden die amerikanische und die deutsche Wirtschaftspolitik auf die Frage hin untersucht, inwiefern die unterschiedliche Politik die transatlantischen Beziehungen beeinflusst. Im Fokus standen dabei die Hauptursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise: die Schaffung der Eurozone und die Verflechtung der amerikanischen Ökonomie mit den asiatischen Exportmärkten. Die Redner, Knut Brünjes (BMWI), Jacob Funk Kirkegaard (Peterson Institute for International Economics) und Sherle Schwenninger (New America Foundation), analysierten die unterschiedlichen Maßnahmen der USA und Deutschlands in der Krise in Hinblick auf ihre globalen Auswirkungen und die makroökonomischen Ungleichgewichte.

Im zweiten Panel konzentrierten sich die Vortragenden, Klaus Deutsch (Deutsche Bank Research), Jeffrey A. Frieden (Harvard University), Matthias Matthijs (American University) und Robert von Rimscha (Auswärtiges Amt), auf die Zusammenhänge von Ungleichgewichten und Sicherheit. Die Notwendigkeit einer ausgeglichenen Eurozone wurde herausgestellt, auch wenn die Ungleichgewichte innerhalb Europas wahrscheinlich eher zu einer wirtschaftlichen Stagnation als zu einer Revolution führen würden. Für Überschussländer wie Deutschland sind die Gefahren eher gering, aber für Defizitänder wie die USA könnten die makroökonomischen Ungleichgewichte zu ernsthaften Problemen führen. Sollte sich das Verhältnis der USA zu China bspw. deutlich abkühlen, könnte es zu einem Handelskrieg oder der Ablösung des Dollars als Leitwährung kommen. Die sozialen Konsequenzen für die amerikanische Gesellschaft wären ebenso schwerwiegend, wie die die Folgen für die Weltwirtschaft. Eine Problematik, die in der dritten Konferenz tiefergehend besprochen wurde.

Das englische Paper zur ersten Konferenz können sie hier downloaden, das deutsche hier.

Die zweite Konferenz fokussierte sich auf „From Greece to the U.S.: Financial Crisis, National Debt, and Their Consequences for Europe and the U.S.“ und fand im Juni 2011 in Frankfurt a. M. statt. Amy Medearis (EU-Delegation), Nathan Sheets (Federal Reserve Board) und Bruce Strokes (German Marshall Fund) analysierten die unterschiedlichen Herausforderungen für Deutschland und die USA, die mit der Finanzkrise einhergehen. Die USA hat die Aufgabe, ihr Leistungsbilanzdefizit von derzeit fast 10% auf 2-3% ihres GDP zu reduzieren. Die daraus resultierenden Budgetprobleme wirken sich nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf die einzelnen Budgets der U.S.-Staaten aus. Die USA steht deshalb überwiegend vor drei großen Herausforderungen: das Gleichgewicht zwischen Austerität und Investitionen für zukünftiges Wachstum zu finden, herauszufinden wie viel Einsparpotential es bei Regierungsprogrammen gibt, ohne die sozialen Folgen zu vernachlässigen, und die divergierenden Ansätze in der amerikanischen Gesellschaft über die Rolle und die Größe der Regierung zu vereinen. Für Europa und besonders für Deutschland besteht die größte Herausforderung im Umgang mit dem demographischen Wandel. Die Nationen müssen sich diesem Wandel anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit dieser europäischen Problematik setzten sich Andreas Freytag (Universität Jena), David Marsh (SCCO International/OMFIF), Martin Mühleisen (Internationaler Währungsfond) und Paul J. J. Welfens (Europäisches Institut für Internationale Wirschaftsbeziehungen) im zweiten Panel intensiv auseinander. Die Krise in Griechenland ist ein klarer Verstoß gegen die Regeln der europäischen Währungsunion. Aber anstatt sich mit den Implikationen für Europa auseinanderzusetzen, werden die Reaktionen der Regierungen durch die jeweilige innenpolitische Agenda bestimmt. Es gibt nur drei Möglichkeiten um den Euro als Gemeinschaftswährung zu erhalten: Stabilität mit einer Schuldenbremse und ohne Bailout, ein Rettungspaket oder eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Bei den beiden letztgenannten Optionen besteht allerdings die Gefahr, dass die Europäische Union in den einzelnen Ländern noch unpopulärer wird und extremistische, nationale Tendenzen erwachsen. Vor allem ist es ein Armutszeugnis für die europäischen Regierungen, dass sie die Griechenlandkrise nicht früher erkannt haben. Es zeigt, dass es kein Verständnis für das Funktionieren des Marktes und keine Mechanismen für die Identifizierung und Untersuchung von potentiell krisenhaften Entwicklungen gibt.

Das Paper zur zweiten Konferenz können Sie hier downloaden.

Am 21. Oktober 2011 fand die dritte Konferenz mit dem Thema „Transatlantic Trade and Globalization: Status Quo or Engine for Growth?“ in Washington, D. C. statt.

Klaus Deutsch (Deutsche Bank Research), Gary Hufbauer (Peterson Institute for International Economics) und Oliver Wieck (Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.) diskutierten mit BIGS-Direktor Tim Stuchtey über die Zukunft der Doha-Runde sowie die Interessen Deutschlands und der USA im Welthandel und die Gefahr von Handelskriegen.

Die Wirtschaft vieler Staaten steht zurzeit vor fiskalischen und strukturellen Anpassungen. Die Unruhen der Wirtschaftskrise führen zu einem schlechten Klima für die internationale Handelspolitik, welche wiederum großen Druck auf die Regierungen ausübt. Die Doha-Runde wurde ursprünglich ins Leben gerufen, als China der WHO beitrat. Sie beruht auf dem System der Einstimmigkeit. Mit mittlerweile 153 Mitgliedstaaten ist es jedoch beinahe unmöglich geworden, sich auf irgendetwas zu einigen. Um diese institutionellen Schwächen zu überwinden, schlugen die Redner in ihren Beiträgen vor, Mehrheitsbeschlüsse zuzulassen und diese nur für die Unterzeichner gelten zu lassen. Alternativ wurde vorgeschlagen, dass statt alle Mitgliedsstaaten in multilateralen Verträgen mitzunehmen, man auch auf ein System plurilateraler Handelsverträge wechseln könne. Diese Verträge sollen jedoch für einen zukünftigen Beitritt offen sein. Weiterhin schlugen die Redner vor, die WHO zu einer Schlichtungsstelle für handelspolitische Streitigkeiten umzuformen.

Um die Doha-Runde wieder wirksam zu machen, ist ein starker politischer Wille notwendig. Dann kann sie aber zu einem Vorbild für die gesamte Welt werden und offen für weitere Mitglieder sein.

Das zweite Panel fokussierte sich auf das Potential des Transatlantic Economic Council (TEC). Stormy-Annika Mildner (Stiftung Wissenschaft und Politik), Peter Rashish (U.S. Chamber of Commerce), Hiddo Houben (Delegation of the European Union) und David Weiner (Office of the U.S. Trade Representative) diskutierten über mögliche Verbesserungsmaßnahmen und den transatlantischen Handel.

Die Aufgabe des TEC ist es, Transaktionskosten im transatlantischen Handel und bei Direktinvestitionen zu verringern, Handelsumwege und lange, kostenintensive Handelskonflikte zu vermeiden. Besonders der Zugang zu Rohstoffen und die Sicherheit des Handels wurden durch die Arbeit des TEC verbessert, dennoch es gibt weiterhin ausreichend Problemfelder im transatlantischen Handel: mangelndes gegenseitiges Vertrauen, eine niedrige politische Priorität und die verschiedenen Kulturen und Vorlieben der einzelnen Staaten.

Die Redner zogen ein positives Fazit für die diesjährige Arbeit des TEC. Auf einer Konferenz im November dieses Jahres wurden Standards für neue Technologien und Wirtschaftssektoren besprochen. Die Konferenz zeigte, dass es starke Signale für eine Fortsetzung der Arbeit des TEC gibt. Dies hätte besonders in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage sowohl für die USA als auch für Europa positive Auswirkungen.

Das Paper zur dritten Konferenz können Sie hier downloaden.

Am 13.12.2011 wurden alle drei Papiere in einer gemeinsamen Veranstaltung an der New Yorker Wall Street durch den deutschen Botschafter in den USA, Dr. Peter Ammon, der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Die englische Version des Abschlusspapiers steht hier zum Download bereit. Eine deutsche Version wird in Kürze veröffentlicht.
 

Zehn Jahre 9/11 – Rückschau, Vorschau, Analyse

Das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit hat am 07.09.2011 eine Konferenz zum Thema „Ten years after 9/11 – Lessons Learned and Challenges Ahead“ veranstaltet.

Im ersten Teil der Konferenz haben der ehemalige Minister für Heimatschutz der USA, Michael Chertoff, Dr. Suba Chandran und Prof. Dr. Robin Geiß ihre jeweilige Sicht auf die außenpolitischen Entwicklungen seit 9/11 dargelegt. Besonders deutlich wurden dabei die Unterschiede in der Bewertung aufgrund der kulturellen, historischen und geographischen Hintergründe der jeweiligen Heimatländer. Suba Chandran ist der Meinung: „The global war on terrorism is not seen as our war.“ Michael Chertoff äußert sich zur Exit-Strategie wie folgt: „You deal with the problem as long as you have to deal with it.“ Robin Geiß hingegen vertritt die Position: „The lesson learned is now to adopt a more moderate a more holistic approach.“
Dieser Teil der Konferenz ist bereits auf Youtube abrufbar. Die einzelnen Links werden am Ende aufgeführt.

Im zweiten Panel haben Gisela Piltz, Dr. Dieter Wiefelspütz und Wolfgang Wieland die innenpolitischen Herausforderungen diskutiert. Sowohl die gesetzgeberischen Maßnahmen der Vergangenheit als auch die aktuellen politischen Initiativen wurden angeregt debattiert. Die parteiübergreifende Erkenntnis bestand darin, dass man in Regierungsverantwortung Maßnahmen ergreift oder zumindest mitträgt, die man selbst in der Oppositionsrolle anders oder neu bewertet. Im Verlaufe der Konferenz ergab sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer in ihrer Rückschau und Analyse der vergangenen zehn Jahre ein umfassendes Meinungsbild. Dieter Wiefelspütz ist der Meinung, dass die Regierung damals „mit außerordentlicher Ruhe und Besonnenheit reagiert“ hat. Wolfgang Wieland langfristige Zukunftsstrategie beruht auf folgendem Grundsatz: „Terrorismus besiegt man nicht militärisch, sondern im Kopf.“ Gisela Piltz hält vor allen Dingen Freiheit für wichtiger als Sicherheit: „Freiheit bewahrt man nicht, indem man sie aufgibt“.

Die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Diskussion, die nicht nur die deutschen Aspekte betrachtet, um auch zukünftig verantwortungsvoll agieren zu können, durchzog die gesamte Konferenz und die Zukunftsaussichten, die die Redner entwickelten.

 

Die Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung hat die Konferenz aufgenommen und folgende Videos bei Youtube hochgeladen:

Keynote Michael Chertoff
Keynote Dr. Suba Chandran
Keynote Prof. Dr. Robin Geiß
Panel 1 Teil 1 der Diskussion
Panel 1 Teil 2 der Diskussion

 

From Greece to the U.S.: Financial Crises, National Debt, and Their Consequences for Europe and the U.S.

Das Brandenburgische Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) und des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) veranstalten eine Konferenz zu dem Thema „From Greece to the U.S.: Financial Crises, National Debt, and Their Consequences for Europe and the U.S.“


Die Konferenz findet statt

am Montag, den 27. Juni 2011, von 9:00 bis 15:00 Uhr,
im
Hotel Hessischer Hof
Friedrich-Ebert-Anlage 40
60325 Frankfurt.


Mit einer Gruppe von herausragenden Experten aus den USA und Deutschland diskutieren wir über die Folgen der Staatsverschuldung für die Wirtschaft in den USA und Europa. Die Konferenz ist Teil eines Projektes von AICGS und BIGS „The End of the Years of Plenty? American and German Responses to the Economic Crisis”. In diesem Projekt werden die Finanzkrise und die unterschiedlichen transatlantischen politischen Reaktionen der USA und Deutschlands auf ihre gegenwärtige und zukünftige Wirkung hin untersucht.

Einen Bericht über die Konferenz finden Sie hier.

Das aktuelle Paper zu diesem Thema von Dr. Tim Stuchtey und Chase Gummer können Sie hier herunterladen.
 

Meeting Global Challenges: German-U.S. Innovation Policy

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die National Academies of Science (NAS) veranstalten – unter Beteiligung des Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) – eine Konferenz zu transatlantischen Themen der Innovationspolitik.

Die Konferenz findet vom
24.–25. Mai 2011
im Meistersaal am Potsdamer Platz (Köthener Straße, 10963 Berlin)
von 9–17 Uhr statt.

Im Fokus der Veranstaltung mit hochrangigen Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stehen innovationspolitische Fragen hinsichtlich der Energieversorgungssicherheit, des globalen Handels sowie der Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitsmärkte. Die Konferenz soll an die Erfolge der Auftaktkonferenz in Washington im Herbst 2010 anknüpfen und einen Beitrag zur Fortsetzung der transatlantischen Debatte zur Innovationspolitik leisten.

Globale makroökonomische Ungleichgewichte: Eine Frage der nationalen Sicherheit?

Mit dem Beginn der globalen Finanzmarktkrise 2008 und spätestens mit der Eurokrise 2010 hat sich die transatlantische Diskussion über die Bedeutung globaler makroökonomischer Ungleichgewichte in der Politik, in den einschlägigen Medien und der Wissenschaft verschärft. Die Konsequenzen von Leistungsbilanzungleichgewichten liegen dabei nicht ausschließlich im ökonomischen Bereich. Der unvermeidbare Anpassungsprozess führt zu Macht- und Einkommensverschiebungen mit zum Teil erheblichen sicherheitspolitischen Konsequenzen. Ein Blick in die neuere Geschichte zeigt, welche Konflikte innerhalb und zwischen Staaten durch solche Anpassungsprozesse ausgelöst werden.

Einige dieser Aspekte sollen in einer Konferenz mit dem Titel „Globale makroökonomische Ungleichgewichte: Eine Frage der nationalen Sicherheit?“, die das BIGS zusammen mit dem AICGS veranstaltet, diskutiert werden. Im ersten Panel werden die unterschiedlichen ökonomischen Reaktionen der USA und Deutschlands auf die Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrisen erörtert. Im Mittelpunkt steht dabei der Konflikt zwischen Deutschland und den USA über die jeweilige eigene Rolle bei der politischen und ökonomischen Lösung der Probleme. Die Auswirkungen der jeweiligen Wachstumsstrategie des exportorientierten Deutschlands und der konsumorientierten USA werden in diesem Panel debattiert.

Die Konferenz findet am 01. April 2011 von 10–15.30 Uhr in der Deutschen Bank, Unter den Linden 1315 in 10117 Berlin statt. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Teilnahme ist kostenfrei, jedoch möchten wir Sie bitten, sich zu registrieren. Bitte beachten Sie weiterhin, dass die Sicherheitsbestimmungen des Veranstaltungsortes zusätzlich zur Registrierung auch eine Identifikation per Lichtbildausweis erfordern.

Einen Bericht über die Konferenz können Sie hier beim AICGS nachlesen.

Innovationspolitik für Wohlstand und Sicherheit – ein transatlantischer Vergleich

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(v.l.n.r.): Dr. John Holdren, Prof. Dr. Klaus Zimmermann, Dr. Klaus Scharioth; Bild: Germany.info

 

Das BIGS hat zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW BerlinDIW DC) und in Kooperation mit der National Academies of Sciences (NAS) der USA eine Konferenz zum Thema „Meeting Global Challenges: US-German Innovation Policy“ in Washington, D. C. veranstaltet. Im Fokus der Veranstaltung stand die deutsch-amerikanische Innovationspolitik im globalen Wettbewerb. Dr. Tim Stuchtey, der Geschäftsführer des BIGS, moderierte das Panel zum Thema „Innovations in Security“.

Am 1. Und 2. November veranstaltete das BIGS gemeinsam mit dem DIW und der NAS eine Konferenz zur Innovationspolitik in Deutschland und den USA. Auf dieser Konferenz wurden zu den zentralen innovationspolitischen Themen, der Ausgestaltung von Förderprogrammen, der Messung von Innovationskraft sowie sektorspezifischen Innovationsthemen aus den Bereichen Sicherheit, regenerative Energien und Elektromobilität mit hochkarätigen Teilnehmern aus Politik, Unternehmen und Wissenschaft debattiert. Die Eröffnungsrede wurde von Dr. John Holdren, dem Berater für Wissenschaft und Technologie von Präsident Obama, gehalten. Holdren sprach über die Wissenschafts- und Innovationspolitik der Obama-Administration und betonte das Potential der transatlantischen Kooperation im Allgemeinen und dieser Innovationskonferenz im Besonderen.

Am ersten Tag standen der Vergleich wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur Stärkung von Innovationen im Vordergrund, sowie die Frage des richtigen Industrialisierungsgrades und geeigneter Exportstrategien. Weiterhin wurde die Ausgestaltung von Universitäten im 21. Jahrhundert erörtert, die als wesentlicher Brückenkopf für Innovationen angesehen werden.

Der zweite Tag wurde federführend vom DIW DC zusammen mit DIW Berlin und dem Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) organisiert. An diesem Tag stand die Innovationskonferenz unter dem Leitmotiv der Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Verbesserung von Innovationspolitik. Charles Wessner, Direktor des „Technology, Innovation and Entrepreneurship“ - Programms der NAS, stellte in seiner Einführung einen umfassenden konzeptionellen Aufriss der Innovationspolitik dar. Zunächst wurden verschiedene Ansätze zur Messung der Innovationsfähigkeit von Industrieländern untersucht. Deutlich wurde dabei vor allem, wie wichtig es ist, der Politik die Leistungsfähigkeit und Probleme des jeweiligen Innovationssystems vor Augen zu führen. Im Anschluss daran wurde die zentrale Bedeutung von Innovation für die globale Sicherheit erörtert. Schließlich wurde der Mensch hinter der Innovation, der Entrepreneur, einer tiefer gehenden Analyse unterzogen. Dabei ging es insbesondere um die Frage, welche Charakteristika einen Entrepreneur ausmachen.

Beim Panel ‚Innovations in Security‘ hat Alan Shaffer, Direktor Verteidigungsforschung und -technik im US Verteidigungsministerium, zunächst über neue Entwicklungen von Waffen- und Abwehrsystemen für laufende Einsätze berichtet. Seit dem Ende des kalten Krieges unterlägen die Anforderungen einem ständigen Wandel, weil der Gegner in asymmetrischen Konflikten seine Taktik laufend an neue Schutzsysteme anpasst. Damit hätten sich auch die Produktlebenszyklen verkürzt. Um die Soldaten im Feld besser schützen zu können, müssten schnell und pragmatisch ständig neue Lösungen gefunden werden. Dies führe dazu, dass Eigenentwicklungen von Systemen vorgenommen werden, um langwierige öffentliche Ausschreibungen zu vermeiden und die Dauer bis zur Einsatzreife zu reduzieren. Shaffer wie auch Richard Arning von EADS zeigten zudem auf, dass in der Vergangenheit Innovationen in der Regel aus dem Verteidigungsbereich in zivile Anwendungen diffundierten, während heute der Weg häufig umgekehrt verlaufe. Anders als im militärischen Bereich, so Arning, müssten in der zivilen Sicherheit regelmäßig mehrere Nutzen in einer Lösung zusammengefasst werden, um die Kunden zu überzeugen. Sicherheit werde immer noch von vielen als belastender Kostenfaktor angesehen, dessen Nutzen erst im Ernstfall sichtbar würde.

Tim Stuchtey vom Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) berichtete von einer Studie zur transatlantischen Zusammenarbeit bei der Forschung und Entwicklung neuer Sicherheits- und Verteidigungssysteme. Trotz des großen Potenzials und der generellen politischen Unterstützung für eine solche Kooperation, mangele es an konkreten zukünftigen Projekten. In der anschließenden Diskussion wurden als Gründe hierfür die geringe Höhe der deutschen Ausgaben für F&E im Verteidigungshaushalt und die häufig einseitig nationale Sichtweise insbesondere im Repräsentantenhaus identifiziert.

Höhepunkt des zweiten Tages war eine intensive Diskussion der Frage, welche Form von staatlicher Innovationspolitik geeignet ist, ökonomisches Wachstum zu forcieren. Ausgelöst hatte diese Debatte Rebecca Blank, Under Secretary of State im amerikanischen Handelsministerium, mit einer Keynote zur Frage, in welcher Form Innovationen ökonomisches Wachstum fördern.

Zum Abschluss und zur Bewertung der beiden Innovationstage stellte der Vizepräsident des DIW Berlin und Leiter der Abteilung „Innovation, Industrie, Dienstleistungen“, Alexander Kritikos, fest: „Diese erste deutsch-amerikanische Innovationskonferenz hat deutlich vor Augen geführt, dass die westlichen Industrienationen vor mehreren globalen Herausforderungen stehen. Zu deren erfolgreicher Bewältigung werden die Industrieländer ihre politischen Entscheidungen noch sehr viel mehr als bisher aufeinander abstimmen müssen.“ Tim Stuchtey, Direktor des BIGS: „Die Veranstaltung hat einen idealen Mix von Entscheidungsträgern und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammengebracht, die nicht nur ihr eigenes Innovationssystem erklärt haben, sondern von den Erfahrungen auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks lernen wollen, um daraus für die eigene Politik Anregungen zu bekommen.“ Und Jens Schmidt-Ehmcke, Mitarbeiter der Abteilung „Innovation, Industrie, Dienstleistungen“ und Wissenschaftlicher Berater des DIW - Präsidenten, ergänzte: „Diese Konferenz sollte der Auftakt zu einer transatlantischen Institution zum Ideenaustausch über Technologie- und Innovationspolitik sein. Die enge Zusammenarbeit zwischen der prestigeträchtigen National Academies of Science und dem DIW Berlin war vorbildhaft. Als eines der Hauptergebnisse lässt sich festhalten, dass der deutsch-amerikanische Austausch eine unabdingbare Voraussetzung ist, um im zunehmenden globalen Wettbewerb gemeinsam bestehen zu können.“

Die Konferenz bot einen geeigneten Rahmen um mit Akteuren aus Wissenschaft, Industrie und Ministerien über Details der Förderinstrumente und Programme zu diskutieren, und voneinander erfolgreiche Ansätze zu lernen. Solch Zusammenarbeit ist Grundlage für eine effektive Abstimmung im politischen Bereich.

 

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie im Wochenbericht 45/2010 des DIW.

Die Eröffnungsveranstaltung

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Bildquellennachweis: Katja-Julia Fischer

 

Am 1. Juli 2010 wurde in Potsdam das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit eröffnet. Im Rahmen einer feierlichen Einweihung an der Universität Potsdam bekräftigten die Festredner Frau Prof. Dr. Dr. Sabine Kunst, Ministerpräsident Matthias Platzeck und Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Instituts, das sich mit dem Themenspektrum Gesellschaft und Sicherheit auseinander setzt. 

Das unabhängige und gemeinnützige Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) hat im Frühjahr dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen. Das BIGS ist entstanden unter der Beteiligung der Universität Potsdam und ihrer UP Transfer GmbH sowie der Unternehmen EADS, IABG und Rolls-Royce. Es wird vom Land Brandenburg gefördert. In einer Podiumsdiskussion wurden die Teilnehmer der Diskussion direkt gefragt, warum sie sich für die Gründung des Instituts eingesetzt haben.

Dr. Stefan Zoller (EADS) hob hervor, dass mit der Diskussion über das BIGS ein Prozess vorangetrieben wird, der in Deutschland dringend notwendig ist – der Dialog zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft über das Thema Sicherheit. Um diesen Dialog zu fördern, unterstützt EADS das Institut, das eine Funktion als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Bereichen einnehmen soll. Auch Prof. Dr. Rudolf Schwarz (IABG) betonte, dass aufgrund des großen Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung die tatsächliche Bedrohungslage vielfach außer Acht gelassen werde. Jürgen Storbeck (Innenministerium Brandenburg) und der Gründungsdirektor des BIGS, Prof. Dr. Dieter Wagner, unterstrichen die Vorteile der Mischfinanzierung des Instituts.

Eine hohe Transparenz, die für die Akzeptanz des BIGS gefordert ist, wird von der Präsidentin der Universität, Frau Prof. Dr. Dr. Kunst, hervor gehoben. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse und deren Vermittlung in Veranstaltungen sind daher besonders wichtig.

Die Motivation und Unterstützung der Landesregierung wurde in der Rede des Ministerpräsidenten besonders deutlich. Matthias Platzeck sieht das BIGS als eine Bereicherung für den Wissenschaftsstandort Potsdam. Platzeck unterstreicht die Notwendigkeit einer „Sicherheitsforschung im Sinne einer offenen, pluralistischen Gesellschaft“ und hofft, dass die Landeshauptstadt bald den dritten Platz im Ranking der Sicherheitsstandorte hinter München und Berlin einnehmen wird.

Terrorism in the Transatlantic Context: Cultural and Economic Implications and Solutions

Am 07. Dezember 2009 hat das Brandenburgische Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) zusammen mit dem American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) eine Konferenz zum Thema „Terrorismus im transatlantischen Kontext“ veranstaltet. Die internationale Tagung fand im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam statt. Ungefähr 40 Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete und Nationalitäten diskutierten über die kulturellen und ökonomischen Implikationen des Terrorismus im transatlantischen Kontext.

Im ersten und zweiten Panel wurden die kulturellen Implikationen von Terrorismus analysiert. Im Fokus standen dabei die kulturellen Beziehungen zwischen dem Islam und der westlichen Welt. Herausgestellt wurde in der Debatte, dass der Islam als Kultur- und Glaubenssystem verstanden werden sollte, nicht als politische Ideologie. Deshalb wurde der Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus eine besondere Bedeutung zugesprochen. Ebenso diskutiert wurden die Divergenzen zwischen den westlichen Kulturen, vor allem am Beispiel Deutschlands und der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Finanzierung terroristischer Organisationen wurde im dritten Panel analysiert, genauso wie die Gegenmaßnahmen der Regierung. Diese Maßnahmen sollen den Terroristen das Aufbringen von finanziellen Mitteln erschweren. Sie wirken meist in Verbindung mit anderen Terrorabwehrmaßnahmen und verfolgen eine doppelte Strategie: Zum Einen werden die Finanzströme der Organisationen überwacht und zum Anderen wird versucht, diese Finanzströme an ihren Engpässen einzudämmen.

Der Fokus des letzten Panels lag auf dem Schutz kritischer Infrastruktur. Deutschlands Ansatz ist hierbei allumfassend. Terrorismus wird als ein Risiko neben anderen, wie bspw. Naturkatastrophen, angesehen. Ein Großteil der Komponenten kritischer Infrastruktur gehört privaten Unternehmen, z. B. Stromanbietern, weshalb es einer engen Kooperation zwischen den Unternehmen und staatlichen Behörden bedarf. Ein weiterer Aspekt ist die internationale Kooperation, die bei der zunehmenden Anzahl transnationaler Attacken, wie bspw. durch Internetangriffe, gefördert und strukturiert werden muss.
Die Konferenz über „Terrorismus im transatlantischen Kontext“ hat die internationale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler verschiedener Länder gefördert und einen Beitrag zum kulturellen und ökonomischen Verständnis des Phänomens „Terrorismus“ geleistet.