Strategische Zieldefinition

Es gibt heute in Deutschland kein Forschungsinstitut, welches die so beschriebenen multi- und interdisziplinären Anforderungen an Sicherheitsforschung und gesellschaftspolitischer Reflexion erfüllt. Das BIGS soll diese empfindliche Lücke schließen. Es soll die Interdisziplinarität des Problems „Sicherheit“ analysieren und dazu beitragen, dass notwendige Erkenntnisvorsprünge entwickelt sowie die gesamtstaatliche Sicherheitsarchitektur Deutschlands und damit letztlich Freiheit und Sicherheit nachhaltig gestärkt werden.

Ebenfalls unzureichend ist in Deutschland die Verbindung der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Thema Sicherheit mit der Forschung und Entwicklung in den Natur- und Ingenieurswissenschaften. Das BIGS wird hierfür eine wichtige Brückenfunktion einnehmen. Gleichzeitig will das Institut dazu beitragen, den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Sicherheitsforschung zu gewinnen und auszubilden.
Um nicht losgelöst von der Realität in Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu agieren, wird das Institut durch eigene wissenschaftliche Veranstaltungen und Veröffentlichungen beispielsweise auch Unternehmen aus der Sicherheitsbranche in seine Arbeit einbeziehen. Dieser Dialog soll nicht nur der Praxis einen Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen verschaffen, sondern umgekehrt auch den beteiligten Wissenschaftlern in ihrer Forschung helfen, sich mit praktischen Argumentationsmustern auseinanderzusetzen.

Daher wird das BIGS nicht nur Unternehmen, sondern auch Behörden und politische Institutionen in seine Arbeit einbeziehen. Erstere sind häufig die einzigen oder zumindest die Hauptnachfrager von Sicherheitsprodukten und -dienstleistungen und letztere schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die deren Einsatz teilweise erst ermöglichen. Die Politik ist es auch, mit der gemeinsam versucht werden soll, die öffentliche Debatte zu Sicherheitsthemen anzustoßen, um den gesellschaftlichen Diskurs über Sicherheitsstrategien in der Bundesrepublik Deutschland herbei zu führen.
Sicherheit und der Umgang einer Gesellschaft mit Risiken sind Themen in allen Gesellschaften. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass sich die Arbeit des Instituts nicht nur auf die Region Berlin-Brandenburg oder die nationale Ebene beschränkt, sondern sich vielmehr in die internationale Debatte und Forschung einbringt. Hierzu gilt es, ein enges Netzwerk mit vergleichbaren Forschungseinrichtungen im nationalen und internationalen Umfeld aufzubauen.

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