Sicherheit im ÖPNV

Die Zahl der Gewaltübergriffe im öffentlichen Personennahverkehr ist in Deutschland in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. Den traurigen Höhepunkt stellt dabei der spektakuläre Fall von Gewaltkriminalität an dem Münchener S-Bahnhof Solln am 12. September 2009 dar. Dabei wurde ein Fahrgast von zwei jungen Männern tödlich verletzt, nachdem er sich schützend vor Kinder gestellt hatte, die zuvor von den Jugendlichen bedroht wurden. Dieser Vorfall gab Anlass dazu, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr im Rahmen der Herbstsitzung der Konferenz der Innenminister und Innensenatoren von Bund und Länder auf die Tagesordnung zu setzen.

Für das Land Brandenburg ist vorgesehen, ein polizeiliches Sicherheitskonzept für den öffentlichen Personennahverkehr zu erstellen. Für einen großen Teil der Brandenburger Verkehrsunternehmen ist davon auszugehen, dass gegenwärtig noch keine spezielle Bearbeitung des Themas „Sicherheit im ÖPNV“ stattfindet. Die Befassung mit dem Thema „Sicherheit“ erfolgt vielfach anlassbezogen und aus dem operativen Betriebsablauf heraus. Es existieren keine einheitlichen Anforderungen an Sicherheitskonzepte von Verkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreibern und es existiert keine Gesamtübersicht zu Besitzern und Nutzern sowie zu Inhalten und Bewertungskriterien sicherheitsrelevanter Daten für den ÖPNV.

Aus diesem Anlass beauftragte das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg das BIGS eine Vorstudie zur Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anzufertigen. Die Studie schafft einen ersten Überblick zu den Beteiligten und Handelnden im Land Brandenburg, den gegenwärtigen Maßnahmen sowie der vorhandenen Datenlage zur Sicherheit im Bereich des ÖPNV. Des Weiteren zeigt sie mögliche Defizite und Problemfelder in der Zusammenarbeit der einzelnen Akteure auf und unterbreitet Handlungsempfehlungen zu Inhalten und zur Umsetzung weiterer Forschungsvorhaben zur Sicherheit im ÖPNV.

Die komplette Studie ist hier einsehbar, eine Kurzfassung wurde im Rahmen des BIGS Essenz veröffentlicht.