Lagebild zum Hackerangriff auf Telekomgeräte

Unsere Partner von der FU Berlin im Projekt RiskViz haben zum aktuellen Angriff auf die Router der Telekom ein detailliertes Lagebild erstellt. Nach den USA ist Deutschland am Häufigsten betroffen. Details des Lagebildes und weitere Karten können bei der FU eingesehen werden.

TR069 Germany 20161123

Quelle: Freie Universität Berlin/scadacs.org

Abgeschlossene Projekte

  • WISIND
  • Vernetzte Ansätze im internationalen Vergleich
  • Humanitäre Logistik
  • Organisationsmodelle für Hilfsgütertransporte
  • Cybercrime zwischen Realität und Risiko
  • Die Nutzung von UAS für zivile Aufgaben
  • Arbeitskreis Risikokommunikation
  • Sicherheit im ÖPNV

WISIND - Der Sicherheitsindikator für Deutschland

Das BIGS entwickelte zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein wirtschaftswissenschaftliches Indikatorensystem zur Messung von Sicherheit und Sicherheitswirtschaft in Deutschland (WISIND). Das Projekt wurde für 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel des Projekts war, das Sicherheitsniveau in Deutschland zu vermessen, indem aus den Komponenten subjektive und objektive Bedrohung aggregierter Sicherheitsindikator gebildet wird.

Im Rahmen des WISIND Projektes hat das BIGS seit Herbst 2012 jährlich Daten zur Sicherheitswirtschaft in Deutschland erhoben, um so die wirtschaftliche Bedeutung und Entwicklungstendenzen der Branche sichtbar zu machen. Die dabei gewonnene Datengrundlage bietet für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen die Chance, ein fundiertes Verständnis über den Beitrag der Sicherheitswirtschaft für das Schutzniveau Deutschlands und deren Mehrwert für die deutsche Gesellschaft abzubilden. Gleichzeitig liefert die Nachfrage von Privathaushalten nach Sicherheitsgütern und –dienstleistungen einen Hinweis auf das subjektive Bedrohungsgefühl als ein Element des Sicherheitsindikators.

Die Analysen und Erkenntnisse des BIGS im Rahmen von WISIND sind in zahlreichen Publikationen veröffentlicht:

Gruchmann, Yvonne; Stuchtey, Tim H.; von der Heyden, Caroline (2015): Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland 2014 – Wachstum und Wandel – Trends seit 2012, in: BIGS Essenz, März 2015.

Stuchtey, Tim H. und Skrzypietz, Therese (2014): Das Gut Sicherheit und die Rolle der Sicherheitswirtschaft bei seiner Herstellung, in: Apolte, Thomas (Hrsg.): Transfer von Institutionen. Duncker & Humblot, Berlin. S. 193-212.

Gruchmann, Yvonne; Schmidt-Bordemann, Dennis; Skrzypietz, Therese; Stuchtey, Tim H. (2014): Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland 2013 – Marktanalyse einer dynamischen Wachstumsbranche, in: Studien BIGS, Juli 2014.

Stuchtey, Tim und Gummer, Chase (2014): "Civil Security" and the Private Security Industry in Germany 2012, BIGS Policy Paper No. 4, August 2014.

Skrzypietz, Therese (2014): Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland – Eine vertiefende Analyse der BIGS-Marktstudie, Standpunkt Zivile Sicherheit, Nr. 5.

Stuchtey, Tim (2014): Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland als Teil der Sicherheitsarchitektur, in Review 2014 - Aussenpolitik weiter denken, Blogbeitrag vom 19. September 2014.

Skrzypietz, Therese; Stuchtey, Tim und Gummer, Chase (2013): Die Sicherheitswirtschaft in Deutschland, in: Studien BIGS, Mai 2013.

Mehr Informationen zu WISIND befinden sich auch auf der projekteigenen Webseite sicherheitsindikator.de.

 

Vernetzte Ansätze für den Umgang mit fragilen Staaten im internationalen Vergleich

Der erfolgreiche Umgang mit fragilen Staaten und krisenhaften Situationen erfordert den abgestimmten Einsatz von diplomatischen, humanitären, entwicklungspolitischen und sicherheitsrelevanten Maßnahmen. Mit solch einem vernetzten Ansatz („whole of government approach") wollen Geberländer wie Deutschland den vielschichtigen und eng verflochtenen Herausforderungen, die für Entwicklung und Sicherheit in fragilen Kontexten bestehen, möglichst umfassend und effizient begegnen.

Mit dem Forschungsvorhaben „Vernetzte Ansätze für den Umgang mit fragilen Staaten im internationalen Vergleich", das vom BIGS im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt wurde, sollten aktuelle Beispiele und innovative Lösungen für die Gestaltung und Umsetzung von vernetzten Ansätzen gegenüber fragilen Staaten herausgearbeitet und für die deutsche Debatte nutzbar gemacht werden. Konkret wurden gegenwärtige Ansätze zur ressortübergreifenden Zusammenarbeit gegenüber fragilen Staaten in den vier Geberländern Großbritannien, Dänemark, Kanada und Australien untersucht. Diese vier Fallstudien wurden vom BMZ aufgrund ihrer innovativen Politikmodelle aus einer Reihe von sechs Ländern ausgewählt, zu denen ursprünglich auch Frankreich und die USA gehörten.

Die Ergebnisse des Projekts wurden in BIGS Essenz Nr. 13 „Vernetzte Ansätze für den Umgang mit fragilen Staaten - ein internationaler Vergleich" und BIGS Policy Paper No.3 „Comparing Whole of Government Approaches to Fragile States" veröffentlicht. Die Autoren analysieren darin für jedes Land die konzeptionelle und institutionelle Umsetzung des vernetzten Ansatzes anhand relevanter Strategien und Rahmenkonzepte, institutioneller Regelungen und Finanzierungsmechanismen sowie der Rolle entwicklungspolitischer Erwägungen innerhalb des jeweiligen Politikmodells. Im letzten Abschnitt werden gemeinsame Erkenntnisse aus allen Fallbeispielen herausgearbeitet und Empfehlungen für die Weiterentwicklung des deutschen Ansatzes gegeben. Am 19. August 2013 wurden die Ergebnisse außerdem im BMZ vorgestellt und mit Fachreferenten aus dem Ministerium sowie ausgewählten Experten und Botschaftsvertretern diskutiert.

Projektlaufzeit: November 2012 – August 2013

Institutionelle und Organisatorische Aspekte der Humanitären Logistik

Internationale Katastrophen, wie das Erdbeben in Haiti, die Fluten in Pakistan, oder Hungersnöte in Afrikanischen Ländern erfordern zeitnah den Transport von Hilfsgütern in die betroffenen Regionen. Dafür werden häufig Transportkapazitäten ohne gesicherte Verfügbarkeit auf dem privaten Markt gechartert. Diese Lösung hat den Nachteil, dass Hilfsorganisationen mit Wartezeiten oder höheren Preisen konfrontiert werden, da Flugzeuge ggf. erst aus entfernten Regionen in das entsendende Land gebracht werden müssen. Ein allgemein gültiges, sofort abrufbares Transportkonzept, dass klar die Kompetenzen zuweist, die Mittelzuweisung und den Organisationsablauf regelt gibt es bislang nicht.

In dem Projekt wird untersucht, wie geeignete Lufttransportkapazitäten speziell für Katastrophenfälle bereitgestellt werden können. Das Konzept gemeinsam genutzter Transportkapazitäten zeigt eine klare Kompetenz- und Mittelzuweisung auf. Mittels der Instrumente der neuen Institutionenökonomik werden Handlungsempfehlungen für eine effiziente und effektivere Organisation von Hilfsgütertransporten erarbeitet. So könnten innerhalb kürzester Zeit Flugzeuge bereitstehen, die den Transportbedarf von Hilfsorganisationen decken. Die dadurch für Hilfsorganisationen wesentlich vereinfachte organisatorische und logistische Planung erlaubt eine effektivere und effiziente Leistung von wirklicher Katastrophenhilfe vor Ort.

Zahlreiche Experteninterviews und Workshops wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Projekte zur Humanitären Logistik durchgeführt, u.a. beim 9. Europäischen Bevölkerungsschutzkongress. Das BIGS beteiligte sich an Fachkonferenzen und steht weiterhin im Dialog mit öffentlichen Einrichtungen, Hilfsorganisationen und Logistikunternehmen. Derzeit befindet sich das Projekt in der finalen Phase zur Konsolidierung der Ergebnisse.

Organisationsmodelle für internationale Hilfsgütertransporte

Allen Bemühungen zum Trotz bringen Katastrophen – wie im letzten Jahr in Pakistan und Haiti und dieses Jahr in Japan – immer wieder die Defizite in der Organisation von internationalen Hilfsgütertransporten nicht nur auf deutscher und europäischer, sondern auch auf internationaler Ebene zum Vorschein.
Betroffene Katastrophengebiete werden über Zeiträume von Wochen nicht oder nicht ausreichend versorgt, weil Mittel noch nicht freigegeben sind, die Katastrophenregion nicht erreicht werden kann oder der Zugang zur Region nicht sicher ist. Ein allgemein gültiges, sofort abrufbares Transportkonzept, dass klar die Kompetenzen zuweist, die Mittelzuweisung und den Organisationsablauf regelt gibt es bislang nicht.
Im Rahmen einer Vorstudie wurde gezeigt, wie Lufttransportkapazitäten für Katastrophenfälle optimal bereitgestellt werden können. Mittels der Instrumente der neuen Institutionenökonomik zeigt diese Folgestudie, wie die Organisation von Hilfsgütertransporten effizient und effektiver gestaltet werden kann.

Die Publikation zu diesem Projekt ist hier einsehbar.

 

Die Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten

Internationale Katastrophen, wie das Erdbeben in Haiti oder die Flut in Pakistan, erfordern zeitnah den Transport von Hilfsgütern in die betroffenen Regionen. Dafür werden häufig Transportkapazitäten auf dem privaten Markt gechartert. Diese Lösung hat den Nachteil, dass Hilfsorganisationen mit Wartezeiten oder überhöhten Preisen infolge gestiegener Nachfrage konfrontiert werden. Zudem ist ein One-Stop-Auftrag direkt in die Katastrophenregionen in den meisten Fällen nicht möglich, da marktübliche Transportflugzeuge nicht im Umfeld einer zerstörten Flughafeninfrastruktur landen können – also die Güter von einem weiter entfernten Absatzort per Luft oder Landweg weiter transportiert werden müssen. Aufgrund des Zeitverlustes müssen damit Versorgungsausfälle überlebensnotwendiger Güter und Dienstleistungen in Kauf genommen werden.
In dem Projekt wird untersucht, wie geeignete Lufttransportkapazitäten speziell für Katastrophenfälle bereitgestellt werden können. Im Fokus steht dabei eine Bereitstellungsvariante, die einen möglichst geringen Eingriff in den Markt für Luftfracht, aber zugleich einen qualitativen Zugewinn im Vergleich zum Status Quo bedeutet.

Die Publikation zu diesem Projekt ist hier einsehbar.

 

 

 

Zwischen den Welten – Cybercrime zwischen Realität und Risiko

Der Schutz des Internets als eine der wesentlichen kritischen Infrastrukturen des 21. Jahrhunderts und der Schutz vor Cyberkriminalität ist der große Trend in der zivilen Sicherheit. Trotz dieser Entwicklung ist die Datenlage über das Ausmaß von Angriffen und der verursachten Schäden sehr unbefriedigend. Daher wird derzeit nicht nur in Deutschland diskutiert, wie und ob man eine Meldepflicht bei Vorfällen einführt, die zum Bereich des Cyberkriminalität gerechnet werden. Nicht nur Unternehmen auch Privatpersonen stehen dieser Idee skeptisch gegenüber und weisen auf die damit einhergehenden Probleme hin.

In diesem Projekt hat das BIGS untersucht, inwiefern man sich bei der Datengrundlage auf bereits existierende Studien verlassen kann. Dabei wurde die bisherige Literatur eingehend analysiert und auf ihre Validität hin überprüft. Ziel des Projektes war es, einen Überblick über die derzeitig verfügbaren Informationen zum Thema Cybercrime zu erhalten und anhand dessen Aussagen zu ihrer Verwendbarkeit für Unternehmen und Gesellschaften zu treffen.

In diesem Zusammenhang war das BIGS insbesondere für das United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) beratend tätig und hat an dessen Comprehensive Study on Cybercrime mitgewirkt.

Die Nutzung von Unmanned Aircraft Systems für zivile Aufgaben

Nach dem schweren Erdbeben in Japan im März 2011 waren sie die ersten, die Bilder aus dem Inneren der zerstörten Reaktorblöcke des Kernkraftwerkes Fukushima-Daiichi lieferten: Unbemannte Luftfahrzeuge – in der Fachliteratur auch bekannt als Unmanned Aerial Vehicle (UAV) bzw. Unmanned Aircraft System (UAS). Im Bereich der zivilen Anwendungen sind UAS jedoch bisher, insbesondere in Europa, wenig präsent. Im Rahmen dieser Studie werden die potenziellen zivilen Einsatzbereiche von UAS identifiziert und kritisch untersucht. Dabei sollen sowohl die Vorteile, als auch die Einschränkungen von unbemannten Luftfahrzeugen beleuchtet werden. Anhand der speziellen Eigenschaften von UAS werden diese mit den existierenden Alternativen, die bereits für zivile Beobachtungsmissionen eingesetzt werden, verglichen und ihr Einsatzpotenzial bewertet. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Unterstützung von UAS im Katastrophenmanagement und den Einsatz von UAS im Heimatschutz gelegt.

Die Publikation zu diesem Thema ist hier einsehbar.

Arbeitskreis Risikokommunikation

Der Arbeitskreis Risikokommunikation am BIGS hatte sich die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage der politischen Zielvorgabe „Entwicklung einer Kultur der Risikokommunikation" auf den staatlichen Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen zu untersuchen, inwieweit bereits eine Umsetzung dieser richtigen und notwendigen Zielsetzung in konkretes Verwaltungshandeln stattgefunden hat. Der Untersuchungsgegenstand war somit das Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern mit Blick auf die Bewältigung bedeutender Gefahren- und Schadenslagen im Rahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes (Bevölkerungsschutz) in Deutschland.

Die Ergebnisse des Arbeitskreises Risikokommunikation wurden mit dem Standpunkte-Papier „Behördliche Risikokommunikation im Bevölkerungsschutz" veröffentlicht. Es wurden zunächst die relevanten Rahmenbedingungen für eine Realisierung der genannten Zielsetzung einer anlassunabhängigen Kommunikation von Risiken zwischen Bürgern und Behörden dargelegt und bewertet. Auf dieser Grundlage wurden dann abschließend konzeptionell begründete Empfehlungen für künftiges Verwaltungshandeln formuliert.

Bildschimversion/Druckversion des Standpunkts zivile Sicherheit "Behördliche Risikokommunikation im Bevölkerungsschutz".

Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr

Die Zahl der Gewaltübergriffe im öffentlichen Personennahverkehr ist in Deutschland in den vergangenen Jahren leicht angestiegen. Den traurigen Höhepunkt stellt dabei der spektakuläre Fall von Gewaltkriminalität an dem Münchener S-Bahnhof Solln am 12. September 2009 dar. Dabei wurde ein Fahrgast von zwei jungen Männern tödlich verletzt, nachdem er sich schützend vor Kinder gestellt hatte, die zuvor von den Jugendlichen bedroht wurden. Dieser Vorfall gab Anlass dazu, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr im Rahmen der Herbstsitzung der Konferenz der Innenminister und Innensenatoren von Bund und Länder auf die Tagesordnung zu setzen.

Für das Land Brandenburg ist vorgesehen, ein polizeiliches Sicherheitskonzept für den öffentlichen Personennahverkehr zu erstellen. Für einen großen Teil der Brandenburger Verkehrsunternehmen ist davon auszugehen, dass gegenwärtig noch keine spezielle Bearbeitung des Themas „Sicherheit im ÖPNV“ stattfindet. Die Befassung mit dem Thema „Sicherheit“ erfolgt vielfach anlassbezogen und aus dem operativen Betriebsablauf heraus. Es existieren keine einheitlichen Anforderungen an Sicherheitskonzepte von Verkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreibern und es existiert keine Gesamtübersicht zu Besitzern und Nutzern sowie zu Inhalten und Bewertungskriterien sicherheitsrelevanter Daten für den ÖPNV.

Aus diesem Anlass beauftragte das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg das BIGS eine Vorstudie zur Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anzufertigen. Die Studie schafft einen ersten Überblick zu den Beteiligten und Handelnden im Land Brandenburg, den gegenwärtigen Maßnahmen sowie der vorhandenen Datenlage zur Sicherheit im Bereich des ÖPNV. Des Weiteren zeigt sie mögliche Defizite und Problemfelder in der Zusammenarbeit der einzelnen Akteure auf und unterbreitet Handlungsempfehlungen zu Inhalten und zur Umsetzung weiterer Forschungsvorhaben zur Sicherheit im ÖPNV.

Die komplette Studie ist hier einsehbar, eine Kurzfassung wurde im Rahmen eines BIGS Essenz veröffentlicht.